Surya Bonaly Art on Ice 2008
Trotz aller Zweifel, Widerständen und der Stimmen anderer, die sagten: «Das braucht niemand» oder «Seid ihr grössenwahnsinnig, das gleich im Hallenstadion zu probieren!», taten Reto Caviezel und Oliver Höner es trotzdem. Denn wer wagt schon, eine völlig neue Showform auf die grösste Bühne des Landes zu bringen? Art on Ice war geboren! Dreissig Jahre später gehört die Show zu den erfolgreichsten Live-Produktionen der Welt.
Und genau darum geht es bei Art on Ice 2026: «Gegen alle Widerstände – Against all Odds» erzählt von Wegen, die die Künstlerinnen und Künstler beschreiten. Es geht um den Mut, den es braucht, der inneren Stimme zu vertrauen, sich allen Widerständen zu stellen und an die eine Frage zu glauben: «Was wäre, wenn es funktioniert?»
Auch auf dem Eis gab es Persönlichkeiten, die ihren eigenen Weg gingen und ihrer inneren Stimme mehr vertrauten als Regeln einzuhalten. Surya Bonaly, dreifache Art on Ice Teilnehmerin, zeigte als erste Frau bei Olympia einen Rückwärtssalto, obwohl dieser seit 1976 verboten war, und landete zudem auf einem Bein. Ihr athletischer Stil passte nicht ins klassische Eiskunstlaufbild, also entschied sie sich nach einem Sturz, ihren eigenen Weg zu gehen. Mit ihrem mutigen Moment schrieb sie Geschichte und wurde zur Inspiration für viele und somit auch für die Storyline von Art on Ice 2026. Das Line-up von dieser Jubiläumsshow ist voll von Persönlichkeiten, die auf ihre innere Stimme hörten. Zum Beispiel:
Zur Zeit der Art on Ice Gründung bereitete sich der brasilianische Künstler Romero Britto auf seine erste grosse Ausstellung in New York vor. Aufgewachsen in den Favelas, malte er auf Karton und Zeitungspapier, getrieben von Hoffnung, Freude und Farbe. Seine Kunst wurde als «zu simpel» und «zu kommerziell» belächelt. Heute ist Britto einer der bekanntesten Pop-Art-Künstler weltweit und der meistlizenzierte seiner Generation. Er arbeitete mit Marken wie Disney, Coca-Cola und Bentley, designte Kunstwerke für die WM, die Olympischen Spiele und portraitierte Persönlichkeiten wie Elton John und König Charles III. Seine positive, lebensfrohe Bildsprache passt perfekt zu Art on Ice 2026. Britto entwarf das Jubiläumslogo, malte ein exklusives Kunstwerk für die Show und seine farbenfrohen Arbeiten werden in mehreren Shownummern Teil der Inszenierung sein.
Auch Deanna Stellato-Dudek ist ein Beispiel für den Spirit von «Against All Odds». Als vielversprechende Einzelläuferin beendete die damals 17-jährige im Jahr 2001 ihre Karriere. Danach folgten 16 Jahre fern vom Spitzensport. Viele hielten ihre Kariere für abgeschlossen. Deanna hörte auf ihre innere Stimme, auf das Flüstern, das sagte: «Was, wenn es doch noch geht?» Mit 34 Jahren kehrte sie als Paarläuferin zurück aufs Eis – für Deanna eine völlig neue Disziplin. Gemeinsam mit Maxime Deschamps kämpfte sie sich an der Weltmeisterschaft 2024 in Montreal an die Weltspitze und krönte ihr Comeback mit WM-Gold. Mit 40 Jahren wurde sie zur ältesten Eiskunstläuferin, die jemals Weltmeisterin wurde. Ihre Geschichte zeigt: Es ist nie zu spät. Und manchmal beginnt der grösste Erfolg genau dann, wenn niemand mehr damit rechnet, ausser man selbst.
Jess Glynne tat sich schwer, einen Einstieg in die Musikbranche als Sängerin zu finden. Ihre Stimme passe nicht, hiess es. Die Produzenten von The X Factor lehnten sie ab und so jobbte sie in der Branche «hinter den Kulissen» und gab nie auf. Dank mutiger Collabs schaffte sie letztendlich genau wegen ihrer markanten Stimme den Sprung in die Charts.
James Bay, eigentlich total schüchtern, sagt über sich selbst er musste erst lernen, im Mittelpunkt zu stehen. Der grosse Kunstliebhaber lässt sich stark von visueller Ästhetik inspirieren.
Stress: Aufgewachsen zwischen Kulturen, geprägt von einer schwierigen Kindheit und inneren Kämpfen. Als er bei seinen Konzerten beginnt, offen über Depressionen zu sprechen, aus seiner Biografie zu lesen – über Selbstmordgedanken, über Angst – sagen viele: „Das kannst du doch nicht machen.“ Er macht es trotzdem. Und berührt tausende Menschen mit seiner Ehrlichkeit.
Stefanie Heinzmann war als Teenager gesundheitlich angeschlagen und doch mit 18 Jahren plötzlich im Rampenlicht der Musikbranche. Alle sagen, sie müsse sich anpassen und einem bestimmten Bild entsprechen. Doch sie sucht ihren eigenen Weg, schneidet sich die Haare ab und blieb sich selbst treu. Sie macht es trotzdem. Und ist heute authentischer, stärker und schöner als je zuvor.
Noah Veraguth: Nach Jahren mit seiner Band Pegasus folgt der Abschied: ein Bruch, der vieles infrage stellt. Doch statt aufzuhören, beginnt er neu. Solo. Ehrlich. Ohne Kompromisse. Er macht es trotzdem. Weil seine Stimme, seine Musik einzigartig ist.
Unsere Reise beginnt in der Splendid Bar, einer Pianobar, die schon viele inspiriert hat. Im Verlauf der Show begegnen wir Künstler:innen, Eiskunstläufer:innen, Musiker:innen, Tänzer:innen, Akrobat:innen, Maler:innen – jede und jeder mit eigenen Geschichten, Kämpfen und Hindernissen.
Alle stellen sich dieselben Fragen: Was, wenn es nicht funktioniert? Was, wenn das Risiko zu gross ist? Was, wenn das Publikum mich ablehnt? Und doch wagen sie den Sprung. Weil da dieser Funke ist, dieses Flüstern, diese Stimme, die sagt: Was, wenn es doch funktioniert?
In den Übergängen zwischen den Szenen wird die Splendid Bar zur abstrakten virtuellen Bühne – ein Ort der Reflexion. Dort erzählen Künstler:innen von jenen Entscheidungen, die ihren Weg geprägt haben. Am Ende kehren auch die Gründer an diese Bar zurück. Dorthin, wo vor dreissig Jahren alles begann.
«Against All Odds» ist eine Hommage an alle, die den Mut haben, anders zu sein. An all die Verrückten, die etwas neues wagen, provozieren, inspirieren und ihrer inneren Stimme folgen. An jene, die gegen alle Widerstände alles riskieren, um ihre Überzeugung in Kunst zu verwandeln. Sie waren nicht erfolgreich, obwohl sie anders waren, sondern WEIL sie anders waren.
«Against All Odds» ist eine Hommage an alle, die den Mut haben, anders zu sein. An all die Verrückten, die etwas neues wagen, provozieren, inspirieren und ihrer inneren Stimme folgen. An jene, die gegen alle Widerstände alles riskieren, um ihre Überzeugung in Kunst zu verwandeln. Sie waren nicht erfolgreich, obwohl sie anders waren, sondern weil sie anders waren.
Marcella Camenzind ist Head of Creation & Design bei Art on Ice und seit 2015 Teil der Showabteilung. Die 43-jährige hat ein grosses Faible für Animationsfilme und Comics und stöbert gerne auf Flohmärkten. Inspiration und Ideen für die Show findet sie in der Musik, Filmen und Podcasts.